Sonntag, 16. Januar 2011

Ziele ändern sich - und täglich grüßt das Murmeltier

In dem Wolfsburg-Auftritt waren mal wieder Aufreger für 3 Spiele enthalten. Doch der Reihe nach.

Kraft gibt Debüt
Herr Kraft legte trotz der geifernden Kommentatoren- und Journalistenmeute ein gutes Spiel hin. Ruhig und in vielen Situationen schon souverän, zeigte er doch, dass er für die Mannschaft mit entsprechender Praxis ein wichtiger Rückhalt sein kann. Lediglich beim nicht gegebenen Tor der Wolfsburger sah er etwas unglücklich aus. Zum gehaltenen Elfmeter muss man nicht viel sagen. Klasse gehalten! Ob das jetzt auch gegen Inter so glatt geht, werden wir sehen. Ich hatte es ja schon vor ein paar Monaten geschrieben, dass ich mit der Lösung Butt und Kraft gut leben könnte. Spieleröffnung ist bei Kraft jetzt schon wesentlich besser als bei Butt.

Die altbekannten Fehler
So circa in der 75 Minute wurde mir klar, dass in DIESER Saison das Spiel nicht mit einem Sieg zuende gebracht wird. Das Spiel war trotz des angeblich so guten Trainingslagers ein Spiegelbild der Hinrunde. Dominanz gepaart mit haarsträubenden Fehlpass-Orgien und individuellen Fehlern. Das musste einfach bestraft werden.
Allen voran leistete sich unser Konstantester, Bastian Schweinsteiger, nicht nur aufgrund seines Fehlers, der zum Ausgleich führte, ein schwaches Spiel. Dahinter agierten van Bommel und Tymoshchuk auf der Doppel-6 nicht viel besser. Es waren viel zu viele Phasen im Spiel, in denen unser Mittelfeld keinerlei Kontrolle auf das Spiel ausübte.

Gomez hing meist in der Luft. Zudem konnte er seine guten Chancen nicht nutzen. Lattentreffer in der 5. Minute nur mal als Beispiel. War nicht sein Tag gestern. Genau so wenig wie der von Philipp Lahm. Elfer verschossen, beim Ausgleich muss Schweinsteiger hinten rechts verteidigen. Wo war da Herr Lahm? Ansonsten auch keinerlei offensive Impulse vom zweiten Kapitän.

Vercoacht?
Den Wechsel Ottl für Pranjic muss mir einer der Experten mal erklären. Als Gustavo im defensiven Mittelfeld spielte, war mal wieder so etwas wie Ordnung drin. Und dann muss Gustavo wegen Ottl nach hinten links. Und vorbei war es mit der Ordnung. Wenn Pranjic nicht platt oder verletzt war, ein klarer Fehler von van Gaal in meinen Augen.

Das Schweinsteiger momentan auf der 10 ran muss verstehe ich auch nicht so ganz. Stichwort: Verschenkt. Hoffentlich lichtet sich bald das Lazarett, sodass Müller wieder auf die 10 kann. gegen eine Doppelsechs bestehend aus Schweinsteiger und Gustavo/Tymo hätte ich mal so gar nichts einzuwenden. Auch wenn das bedeuten würde, dass der Kapitän auf die Bank muss. Da bin ich doch ein zu großer Verfechter des viel zitierten Leistungsprinzips.

Meister...im Punkte-verschenken
So ein Spiel darf man TROTZ dieser Schwächen nie und nimmer aus der Hand geben. Zur Pause muss es 3:0 oder zumindest 3:1 stehen. Aber in dieser Saison läuft es wohl so für uns. Das Wolfsburg das Spiel zu neunt beenden müsste, passt da ins Schema. Auch das Ribéry rotwürdig umgetreten wurde und wohl einige Zeit ausfallen wird, passt zur Hinrunde. Also noch länger Warten auf unsere berüchtigte Flügelzange. Wäre ja auch zu schön gewesen. Ich habe nur darauf gewartet, dass sich Robben auf diesem Wolfsburger Acker auch noch verletzt.

Apropos Robben
Der kam für den verletzten Ribéry. Ein bisschen Gänsehaut war dabei, als er wieder auf den Platz kam. In der ersten Hälfte noch unauffällig, in der zweiten schon wieder gefährlich und mit ein paar netten Dribblings. Er hat unserem Spiel wirklich gefehlt, auch wenn er noch nicht komplett der Alte ist.  Man merkte ihm die fehlende Spielpraxis natürlich noch an. In der ein oder anderen Situation hätte er auf Gomez spielen müssen, aber es sei ihm verziehen. Endlich ist er wieder da!

Neue Ziele
Jetzt gilt es jedenfalls auch für die letzten Träumer, den Gedanken an den Meistertitel zu begraben. Platz zwei lautet das Ziel. Und das ist gar nicht mal so weit weg. Immerhin einen Punkt auf Leverkusen und Mainz gut gemacht. Warum freue ich mich darüber nicht? Vielleicht weil ich noch zu verwöhnt von der letzten Saison bin? Jedenfalls ist in der Champions League und im Pokal ja weiterhin alles drin. Spätestens seit diesem Spiel sehe ich diese Saison als die längst erwartete Übergangssaison. Und Dortmund kann Meisterschaft nur noch durch extreme Dummheit verspielen. Die Konkurrenz will den Titel diese Saison anscheinend sowieso nicht.

Eine Bitte habe ich noch: Nächste Woche dann bitte Kaiserslautern zeigen, wo der Bartl den Most holt. Da ist noch was offen aus der Hinrunde.

Montag, 15. November 2010

Die Bayerische Klettertour beginnt

Viel zu viel Arbeit im vergangenen Monat verhinderte, dass ich mich zum FC Bayern und den zurückliegenden Wochen beim FC Bayern äußern konnte. Dabei war doch Gesprächsstoff für eine gesamte Saison vorhanden. Aber zum Spiel in Gladbach schreibe ich jetzt doch mal meinen Senf.

Druck vor dem Spiel
Bayern stand nach dem unnötigen Unentschieden in Gladbach und einem Dortmunder Sieg dieses Wochenende stark unter Zugzwang. Und das Spiel gegen Nürnberg hätte zum Déjà vu für uns werden können. Wie in Gladbach spielte die Mannschaft eine abgeklärte und konzentrierte erste Hälfte, auch wenn nicht ganz so viele Torchancen wie in Gladbach kreiert wurden.

Unsere neuen Leistungsträger
Doch Mario Gomez brauchte fast schon standardmäßig nur eine Chance für das 1:0. Was startet der Junge momentan durch? Eiskalt und nicht mehr wegzudenken aus der Mannschaft. Genau so wie der erneut überragende Daniel Pranjic, der das 1:0 vorbereitete. Der Dritte im Bunde der "neuen" Leistungsträger ist ein gewisser Herr Tymoshchuk, der heute zwar nicht ganz so stark in der Offensive war, aber dem Mittelfeld eine gute Stabilität gibt. Stellungsspiel und Zweikampfwerte: großes Kino! Ich würde mir wünschen, dass er auch nach einer Rückkehr von van Bommel im Team bleibt. Ob als 6er oder als IV ist mir da erst mal egal. So eine Leistung gehört auch honoriert.

Standard-Nickerchen nach der Pause
Mit 1:0 ging es in die Pause und alle waren gespannt, ob die Bayern wieder so schläfrig aus der Kabine kommen würden. Und wie sollte es anders sein: die Mannschaft erlaubte sich mal wieder eine Auszeit von fast 15 Minuten. Nürnberg kam zu zahlreichen Chancen und sonderte innerhalb dieser 15 MInuten 7 Torschüsse ab. In dieser Phase hätte das Spiel kippen können. Glück und ein (berechtigter) Elfmeter von Philipp Lahm waren für die Nürnberger Sturm- und Drangphase der Genickbrecher. Das Schaulaufen und zahlreiche Comebacks standen jetzt im Mittelpunkt. Und die Rekonvaleszenten machten sich gut!

Das Lazarett wird kleiner
Breno kam in der Pause für Micho, der wohl angeschlagen war. Er lieferte eine grundsolide Partie nach zuvor 8 Monaten Spielpaiue und machte den Flügel sehr schön zu, wenn die Außenverteidiger aufgerückt waren. Zweikampfführung und Schnelligkeit sind bei ihm jetzt schon besser als bei van Buyten, wenn man dieses Spiel als Bewertungsmaßstab nimmt.

Apropos van Buyten. Momentan ist er leider nur ein Abziehbild eines Innenverteidigers. Wie er sich ein ums andere Mal überlaufen lässt oder durch eine simple Körpertäuschung ausspielen lässt geht auf keine Kuhhaut mehr. Vertrauen in den Kader ist die eine Sache. Eine stabile Abwehr offensichtlich eine andere. Hier sollte dringend im Winter nachgelegt werden. Badstuber und Breno wäre ein Experiment, für das ich mich schon im nächsten Spiel begeistern könnte.

Daniel Düsentrieb
Pranjic machte seine Sache auf der linken Außenbahn sehr gut. Defensiv kaum gefordert, konnte er ein ums andere Mal bis zur Grundlinie vorstoßen und für gefährliche Hereingaben sorgen. Da war endlich mal Zug auf dem Flügel. Zumindest auf dem linken. Mit Ribéry könnten wir da in den nächsten Spielen viel Spaß auf unserer linken Seite haben. Womit wir auch schon bei DEM Comeback wären.

Ribéry is back
Mitte der zweiten Hälfte war es dann auch soweit. Franck Ribéry betrat das Feld. 64 Sekunden später hätte Müller Ribérys Hereingabe nur noch über die Linie drücken müssen. Das sagt schon alles. Gegen zugegebenermaßen müde gespielte Nürnberger zeigte Fracnk, dass er wieder Bock auf Fußball hat. Er brachte viel Schwung in die Partie und konnte schon wieder das ein oder andere Dribbling vorführen. Hoffentlich bleibt er jetzt gesund. Dann werden noch so einige Zungen schnalzen.

Gomez in der "Krise"
Dass Mario Gomez am Ende nach seinem Doppelpack noch einen Elfer drüber ballert ist für mich geschenkt. Dass die Reporter und zahlreiche Spielberichte das Thema schon wieder als dickes Haar in der Suppe aufbauschen wollten, ist wohl ein Umstand, mit dem Mario Gomez leben muss. Wieviel Tore muss er schießen, damit da mal Ruhe ist? Jetzt sind es jedenfalls 11 in den letzten 8 Spielen.

Das haarlose Lama aus Nürnberg
Nach dem Spiel sah man einen Bastian Schweinsteiger mit Wut im Bauch. Kein Wunder. Hatte ihn doch dieser häßliche Gnom von Pinola während des Spiels angespuckt. Das Bastian Schweinsteiger während des Spiels da so ruhig bleibt und keine Tätlichkeit riskiert ist so was von pofessionell. Allerhöchster Respekt. Nur gut, dass es der Schiri nicht mitbekommen hat. Jetzt kann das Nürnberger Lama mal ein paar Spiele in den Käfig gesperrt werden.

Fazit
Die Spieler brachten eine gute Leistung und gingen auch in dieser Höhe verdient als Sieger vom Platz. Jetzt müssen wir dringend noch diese Unkonzetriertheiten in unserem Spiel nach der Pause ablegen. Wie wir das machen? Erste Halbzeit Samstag, zweite Halbzeit Sonntag spielen. Oder halt doch mal über unsere Innenverteidigung nachdenken. Jetzt heißt es Akku aufladen und dann in Leverkusen gegen einen direkten Konkurrenten drei Punkte holen.

Montag, 4. Oktober 2010

Wie man mit einem Super-GAU umgeht

Der größte anzunehmende Unfall ist nun laut Uli Hoeneß passiert.

Die Mannschaft hat nach der Niederlage in Dortmund 13 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Mainz, auf den Zweiten Dortmund sind es auch schon 10 Punkte. Die Mannschaft wirkt vollkommen verunsichert und egal wo man momentan hinhört: Ratlosigkeit, Wut, Ernüchterung. Das sind aktuell die Primärfarben in einem erschreckenden Selbstportrait des bayerischen Rekordmeisters.

Hätte ich gestern direkt nach dem Spiel gebloggt, hätte sich das nach Weltuntergang angehört. Nach einer Nacht Schlaf kann ich die Situation schon etwas nüchterner betrachten und geeignete Angriffspunkte für das bayerische Krisenmanagement identifizieren.

1. Problem: Verunsicherung
Vor ein paar Wochen war ich noch vorsichtig optimistisch, dass die Mannschaft sich nach der Vorbereitung fangen wird. Dieser Optimismus ist mittlerweile nicht mehr vorhanden. Das Saisonziel Meisterschaft ist angesichts der bisherigen Leistungen gar kein Thema mehr. Wenn wir so weiterspielen, wird der internationale Wettbewerb verpasst. So schlimm dieser Gedanke gestern war, so sehr wäre eine reinigende Wirkung einer international spielfreien Saison zu begrüßen. Auch wenn solche Saisons immer schmerzhaft sind.

Der riesige Graben zwischen Anspruch und Wirklichkeit beschäftigt die Spieler zusehends. Nach dem 0:2 durch Nuri Sahin war die Mannschaft einfach nur ratlos. Sie glaubte zu diesem Zeitpunkt nicht mal mehr an einen Punkt. Das hat sicherlich nicht nur mir in der Fanseele weh getan.

Ich behaupte einfach mal, dass es den Spielern genau so weh tut. Doch aktuell haben sie nicht den Geist, den es zum Überstehen einer solchen Situation benötigt. Dieser Geist muss durch ein paar dreckige Siege und eins, zwei Schlüsselerlebnisse wieder zum Leben erweckt werden. Dass der mediale Druck dies beschleunigt, hoffen viele, ist jedoch unwahrscheinlich.Auch wenn man als Profi mit den Medien klar kommen muss.

Louis van Gaal macht das sehr richtig, wenn er sich vor seine Mannschaft stellt. Noch mehr Verunsicherung in der Mannschaft in dieser ungewohnten Situation ist nicht förderlich. Gerade jetzt braucht die Mannschaft die Unterstützung, damit eine Leistungssteigerung und oder -explosion stattfinden kann.

2. Problem: Verletzungen und Transfers
Aktuell ist man Opfer einer minimalistischen Transfer-Politik. Nach einer grandiosen Vorsaison wurde wie in das vorhandene Personal vertraut. Anhand des Durschschnittsalters unserer Truppe ist dieser Gedanke nachvollziehbar und ich bin auch ein großer Befürworter des ausgesprochenen Vertrauens.

Eine punktuelle Verstärkung in der Abwehr und auf der linken Seite wäre trotzdem notwendig gewesen, wie man jetzt sieht. Natürlich konnte man nicht damit rechnen, dass Arjen und Franck schon wieder so lange außer Gefecht sind. Gleichwertigen Ersatz findet man nicht zum akzeptablen Preis, behaupte ich mal. Wer setzt sich bei ähnlicher Klasse schon gerne auf die Bank beim FC Bayern. (By the way: Und jetzt kommst du ins Spiel, liebe Scouting-Abteilung...)

Doch auch diese Ausfälle haben ihr gutes. Die Schwächen, die schon vor Arjens Ankunft hier in München da waren, werden nun gnadenlos aufgedeckt. Man ist verleitet zu denken, dass seit einem Jahr keine Entwicklung statt gefunden hat und sich unsere Mannschaft im großen Robben-Schatten verkrochen hat. Und in der Tat: Die Mannschaft hat ohne Arjen nur ca. ein Drittel(!) ihrer Spiele gewonnen. So zumindest die Aussage gestern im Nachbericht.

Im Winter werden die Baustellen im Kader hoffentlich korrigiert, möchte man nicht auch das internationale Geschäft gefährden. Schade ist es, dass dafür so ein Weckruf erforderlich ist. Hier ist Nerlinger noch zu wenig Autorität zwischen all den großen Persönlichkeiten in München. Sonst hätte ein Mittelweg zwischen van Gaal'schem Minimalismus und bayerischer Mentalität gegangen werden können.

Aber Lernprozesse finden nicht nur bei Spielern, sondern auch im Management statt. Und eine Lektion für Herrn Nerlinger sollte lauten: Gerade wenn man Erfolg hat, sollte die Kriegskasse nicht prinzipiell versiegelt werden.

3. Problem: Taktik verpufft
Unser Louis ist aktuell nicht zu beneiden, wenn es um den Bereich Taktik und Aufstellung geht. Egal was momentan versucht wird, sei es Schweinsteiger auf der 10, Gomez in der Spitze, Pranjic auf der sechs oder Braafheid als linker Verteidiger. Diese Umstellungen bringen nichts, solange die Mannschaft nicht an die Schmerzgrenze geht. Ohne diesen unbedingten Willen, hilft es nichts, wenn die Mannschaft theoretisch weiß, wie sie spielen soll. Dann reicht es dem Gegner, wenn er gut verschiebt und im Mittelfeld dicht steht. Ohne Laufbereitschaft keine Anspielstationen.

Natürlich ist eine Systemänderung auf ein 4-4-2  mit Raute denkbar, aber auch so ein System will eingeübt werden. Und mit unserer aktuellen Wackelabwehr die Doppelsechs aufgeben? Never ever. In meinen Augen ein zu großes Risiko, das Spielsystem jetzt so grundlegend zu ändern. Auch wenn ich nach wie vor nicht nachfvollziehen kann, warum Kroos nicht auf der 10 spielt.

Mario Gomez hat mir gestern übrigens als einziger richtig gut gefallen. Pech war dabei, aber er hat Alarm gemacht wie keiner in dieser Saison da vorne. Gomez muss drin bleiben!

Eine eingespielte Mannschaft konnte sich auch aufgrund der aktuellen Verletzungsmisere noch nicht bilden. Andererseits erwarte ich ich, dass sich eine solche Eingespieltheit relativ schnell einstellt, wenn eine Mannschaft die gesamte letzte Saison mit solchen Ausfällen klar kommen musste und auch im Sommer mehr oder weniger zusammen eine WM gespielt hat. Da kann so etwas keine Entschuldigung sein. Wenn man à la Felix M. die Mannschaft komplett auseinander reißt, ist das etwas anderes.

4. Problem: Selbstreflektion
Die letzte Saison war Gift für einige unserer Spieler. Das es so knüppeldick zurück kommt, hätte ich nicht erwartet. Dabei ist es all zu menschlich, dass man sich auf Erfolg ausruht und man sich wenn auch unterbewusst an diese Erfolgssituation gewöhnt. Leistung und Anspruch driften bei einigen Spielern jetzt sehr weit auseinander.

Wenn ein Demichelis mit solch einer Leistung wie gestern ernsthaft einen Stammplatz beansprucht, fehlt nun mal die Selbstreflektion. Hatte ich vor ein paar Wochen noch gedacht, dass ein Demichelis aufgrund seiner Spieleröffnung der Mannschaft gut tun könnte, so denke ich jetzt, dass der Platz auf der Bank oder Tribüne goldrichtig ist. Er hat sich zumindest bei mir gestern die restlichen Sympathien verspielt. Ein Tymo macht das in der Innenverteidigung sicher nicht schlechter. Doch genug Einzelkritik.

Es liegt nun an den Spielern allein, diese Lücke zwischen Anspruch und Realität wieder zu schließen und hoffentlich in der Rückrunde in die Spitzengruppe der Bundesliga zurückzukehren. Bis dahin wird es leider ein steiniger Weg. Aktuell gibt es wenig, was Hoffnung auf bessere Zeiten macht.

Doch wie heißt es so schön: In guten wie in schlechten Zeiten...

Schließlich sind wir der FC Bayern und werden zurück kommen. Und wie.

Freitag, 24. September 2010

Der Tabellenführer kommt

Ich bin schon wieder ganz entspannt nach dem aufreibenden Spiel in Hoffenheim. Puls ist wieder im vertretbaren Bereich, ich denke nicht mehr daran, wieder mit dem Rauchen anzufangen. Inhaltlich passt die Kritik meiner Meinung schon noch, aber jetzt gilt es in den nächsten Wochen konzentriert an diesen Schwächen zu arbeiten. Die nächste Gelegenheit gibt es schon morgen ab 15:30 Uhr in der heimischen Arena.

Die Mainzer kommen
Wer hätte das gedacht. Mainz kommt als alleiniger Tabellenführer ohne Punktverlust nach München. Natürlich mit entsprechend großem Selbstbewusstsein und einer glänzend aufgelegten Truppe, betreut von einem motivierten Jungspund namens Tuchel. Alles, um perfekt auf die Partie eingestimmt zu werden findet man hier beim geschätzten Kollegen von der Bayernfansite. Einen Punkt haben die Mainzer übrigens in München noch nicht geholt. Hoffen wir, dass es so bleibt.

Zu unserer Personalsituation
Uns plagt aktuell das Verletzungspech. Erst Arjen, dann Franck und jetzt sind auch Contento, der das Abschlusstraining wegen Leistenproblemen abbrechen musste, und Altintop für das Spiel gegen Mainz fraglich. Für Altintop ärgert mich das ganz besonders, da er sich bisher immer absolut vorbildlich verhalten hat. Kein Aufmucken auf der Ersatzbank, Spitzenleistungen in der Nationalmannschaft, eben ein mannschaftsdienlicher Spieler. Er wäre mein persönlicher Favorit auf die Vertretung von Ribéry. Aber jetzt läuft es wohl auf Olic auf links heraus.

Ersatzmänner und eine Doppelspitze
Hinten links wird es wohl Pranjic als Vertreter von Contento machen. Finde ich gut, da Pranjic doch etwas mehr Zug nach vorne hat, wie man gegen Hoffenheim gesehen hat. Ob bei so vielen Ausfällen evtl. eine Systemänderung erforderlich ist, behandelt der Baziblogger ausführlichst und kommt zu dem Schluss, dass eine Doppelspitze mit Gomez und Olic denkbar wäre.

Angesichts unserer Torflaute macht diese Überlegung durchaus Sinn und wäre einen Versuch wert. Olic hatte sich ja diese Woche schon (auf den ersten Blick nicht ganz uneigennützig) für eine offensivere Taktik ausgesprochen.

Taktikänderung?
Ich schätze, dass van Gaal trotzdem bei seinem bewährten 4-2-3-1 bleibt. Wenn es nach mir geht, sollte das Ganze gegen Mainz folgendermaßen aussehen:


Man sieht, dass wir bei einem Ausfall auf den Flügeln aktuell dünn besetzt sind. Das Spiel wird höchstwahrscheinlich noch mehr durch die Mitte laufen, da sowohl Olic, Altintop als auch Müller Typen sind, die eher in die Zentrale ziehen.

Die gute alte Rotation
Wenn ich mir meine letzten Wunschkonzerte so angucke, rotiere ich ziemlich viel. Ich kann ungefähr erahnen, wie schwer es ist, eine wirkliche Stammelf zu finden in dieser schwierigen Phase der Saison. Stellt man einen auf, bleibt er total blass und die Einwechselspieler überzeugen. Hoffentlich wird das bald stabiler mit unseren "Stammspielern". Allen voran Philipp Lahm, Mario Gomez  und Mark van Bommel wünsche ich mir auf alter Leistungsstärke.

Mein Tipp
Ich hoffe ganz bescheiden auf eine Verbesserung im Vergleich zum Spiel in Hoffenheim und tippe daher mal auf ein ansprechendes 2:0.